Feature article · 29. October 2020

What’s it like to work at… Zeichen & Wunder?

An interview with Alexandra Fleischer, HR manager at Zeichen & Wunder.

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Wie hat Corona den Arbeitsalltag Ihrer Agentur verändert?

Bei uns ist Homeoffice Alltag. Und die neuen Teamstrukturen, die wir vor der Pandemie aufgesetzt haben tragen gut  zum Funktionieren bei. Unsere Mitarbeiter finden selbst ihr Gleichgewicht zwischen Videocalls, digitaler Arbeit und, wo möglich, dem Miteinander vor Ort. Dazu haben wir die Räumlichkeiten unserer Agentur angepasst, etwa den Empfangsbereich mit einer Glasscheibe versehen. Das starke Vertrauen, dass wir jedem Einzelnen entgegenbringen zahlt sich jetzt aus, die Verbundenheit ist gewachsen.

 

Was wird davon auch nach Corona bleiben?

Unsere Informationskultur hat sich noch einmal verbessert, und das soll auch so bleiben: Es gibt regelmäßig Updates für alle; private Sorgen und Nöte besprechen und lösen wir in intensiven Einzelgesprächen. Aus dieser Nähe entsteht Verbundenheit. Trifft man sich dann mal real, weiß man das Miteinander viel mehr zu schätzen. Und auch der Zusammenhalt zwischen Agentur und Auftraggebern hat sich an vielen Stellen intensiviert: Das Improvisieren gehört viel mehr zur Tagesordnung, und in Meetings wird weit mehr Klartext geredet. Weil wir unsere Zukunft im Zusammenwirken echter Beziehungen sehen, begrüßen wir diese Entwicklung und werden sie in eine Welt nach Corona mitnehmen – auf die ich mich persönlich schon sehr freue!

Gibt es in Ihrer Agenturgruppe Berufsfelder und Jobs, die lange unbesetzt bleiben und für die Sie händeringend nach Personal suchen? Wenn ja, wie lange sind die Stellen unbesetzt? Und was machen Sie, um genau dort Leute zu finden?

Unbesetzt bleiben Stellen bei uns nie: Wir finden immer gute Leute. Was uns auszeichnet, sind Persönlichkeiten. Uns ist an den Menschen gelegen, mit denen wir arbeiten – lange und gut. Schließlich verbringen wir einen Großteil unseres Lebens miteinander.

 

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden? Ja? Welches ist Ihres?

Wir werben nicht mit guten Arbeitsbedingungen. Wir stellen sie her. Wir bieten interessante Arbeitsinhalte. Das folgt schon aus unserer spezifischen Arbeitsweise: Die Bereiche Brand Strategy, Brand Design und Brand Spaces arbeiten bei uns eng verzahnt miteinander. Wir bieten zwei Ausbildungen an, im kaufmännischen Bereich und im Bereich Mediengestaltung, und wir fördern junge Talente tatsächlich. Außerdem gibt es bei uns keine Routinen. Wir arbeiten für die wertvollste deutsche Marke und für kleine Start-ups. Wir arbeiten im Herzen Münchens – analog und digital. Bei uns gibt es Freigeister und Macher, Experten und Generalisten. Außerdem sind wir immer für eine Überraschung gut und empfehlen unseren Kunden auch schon mal, statt eines Messestandes ein Riesenrad aufzustellen.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu
Home-Office, Sabbatical,  flexible jährliche Urlaubszeiten, flexible Arbeitszeiten?

Home-Office ist heute Alltag. Sabbaticals kommen eher selten vor. Die Urlaubszeiten bei Zeichen & Wunder betragen in der Regel 25 Tage; bei langjährigen Mitarbeitern passen wir sie nach oben an oder gehen Sonderwege. Bei Arbeitszeiten sind wir flexibel. Das Ziel ist, dass wir gemeinsam ein vernünftiges Maß an Zeit miteinander verbringen und für unsere Auftraggeber da sind. Statt an den Wochenenden zu arbeiten unternehmen wir lieber Ausflüge zur Biennale nach Venedig.

 

Gibt es Job-Tausch mit anderen Niederlassungen, bzw. Partner-Unternehmen, Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts, bezahlten Überstunden?

Andere Niederlassungen haben wir nicht. Aber Herzensprojekte! Ich persönlich freue mich besonders über unsere grüne Taskforce, die sich engagiert um Nachhaltigkeitsthemen rund um den Agenturalltag kümmert. Eine unserer Mitarbeiterinnen hat gerade eine Cambridge-Ausbildung  zur Business Sustainability Managerin abgeschlossen. Generell setzen wir auf Weiterbildung. Überstunden als Dauerzustand sind ein Zeichen von schlechter Organisation. Wenn sie mal notwendig ist, gleichen wir Mehrarbeit mit Freizeit aus.

Was bieten Sie den Mitarbeitern an außergewöhnlichen Incentives: Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine?

Unsere Lage im Herzen von München, in direkter Nähe zum Gärtnerplatz, und unsere schönen Räume mit Blick bis zu den Alpen sind für viele ein Anreiz. Kletterwände, Baumhäuser und Sterne-Kantinen haben wir nicht. Wir kochen stattdessen gemeinsam, in unserer Agentur gibt es drei Küchen und viele gute Hobby-Köche!

 

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Von einem „Erfassen“ würden wir nicht sprechen. Arbeiten  sollte der Zufriedenheit aller dienen. Und ob ein Mitarbeiter zufrieden oder unglücklich ist, das merken wir im Miteinander. Bei uns kommt es sogar vor, dass die Gründer und Geschäftsführer einem Mitarbeiter morgens am Telefon raten: Fahr in deinen Heimatort und sei bei deinen Eltern, wenn sie Hilfe brauchen! Bei privaten Themen finden wir immer eine Lösung. Das ist bei Agenturen überhaupt nicht selbstverständlich und lässt sich leider nicht in plakative Bilder bringen. Aber auf dem Bewerbermarkt hat sich das herumgesprochen. Deshalb haben wir hier einen guten Ruf. Das empfinde ich als größere Bereicherung als die obligatorische Tischtennisplatte, mit der sich Agenturen an der Oberfläche oft als jung und arbeitnehmerfreundlich darstellen.

 

Wie hoch ist bei Ihnen die Frauenquote?

Wir haben eine Männerquote: 22 Prozent!

 

Und die Quote mit Blick auf die über 45-Jährigen?

19 Prozent sind über 45 Jahre alt.

 

Der Anteil der unter 25-Jährigen?

Die unter 25-Jährigen machen bei uns 11 Prozent aus.

 

Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt?

5 Jahre. Einige sind seit über 20 Jahren bei uns, während andere erst vor wenigen Monaten begonnen haben. Alt und jung, von 15 bis 65: Wir sind eine bunte Truppe. Unterschiede bereichern uns. Wir lernen voneinander – wir sind Zeichen & Wunder und erfinden uns jeden Tag neu.

 

Was verdient bei Ihnen ein Junior im ersten Jahr?

Unsere Jungen verdienen gut.

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