Artikel · 13. Januar 2021

Kreative Köpfe: Annika Kaltenthaler

Im Portrait spricht sie über ihre Arbeit als Creative Director bei Zeichen & Wunder

Annika Kaltenthaler studierte Design an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, bevor sie nach Stationen bei namhaften Agenturen Creative Director der Münchner Design Company Zeichen & Wunder wurde. An der Entwicklung der Agentur ist sie maßgeblich beteiligt: Als Annika vor zehn Jahren bei Zeichen & Wunder begann, zählte die Agentur etwa 15 Mitarbeitende – heute sind es 47. Was sie inspiriert und was sie bei der Arbeit tagtäglich antreibt, erzählt sie hier.

 

Wie sind Sie zur Kreation gekommen?

Ich war schon immer neugierig auf visuelle Dinge. Mich faszinieren Details in der Natur, an Menschen, in der Kunst. Und kreatives Arbeiten begeistert mich. Daher wollte ich schon immer in einem kreativen Job arbeiten. Seit meinem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd fasziniert mich innovatives, konzeptionelles und lösungsorientiertes Denken, wie beispielsweise in der Bauhaus-Bewegung. So wurde mir die strategische Konzeption von Gestaltungsentwürfen in die Ausbildungswiege gelegt. Design soll ja nicht nur zur Verschönerung der Welt beitragen, sondern auch zu ihrer Verbesserung. Zum Beispiel um Inhalte besser und verständlicher zu kommunizieren und Produkte zu verbessern.

 

Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf die Projekte, die wir umfassend betreuen, also von der Markenstrategie über das Markendesign bis hin zum echten Markenerlebnis. Es ist enorm faszinierend, was ganzheitliches Denken und Design für Marken tatsächlich bewirken können.

 

Wie stark beeinflusst die Corona Pandemie Ihre kreative Arbeit? Wie gestaltet sich die Auftragslage dadurch?

Wir sind positiv gestimmt und mit der Home-Office-Option und den entsprechenden digitalen Tools perfekt dafür gewappnet. Unsere Auftragslage ist erstaunlich gut. Natürlich ist es etwas schwieriger, beim digitalen Kennenlernen zwischen den Zeilen zu lesen, zu spüren, was mein Gegenüber wirklich will. Wichtig ist für mich persönlich, auch in schwierigen Zeiten hier und da den (digitalen) Raum zu schaffen, einfach Spaß zu haben.

 

Woran arbeiten Sie derzeit?

Unsere größten Projekte momentan sind ein neuer Markenauftritt für einen Auftraggeber aus der Lebensmittelbranche und für einen führenden Anbieter für Arzneimittellogistik. Von der Markenstrategie, über Markendesign und digitalem Markenauftritt, Packaging Design bis hin zum Geschäftsbericht. Wir arbeiten zudem an einer Vielzahl weiterer Projekt. Das Besondere bei Zeichen & Wunder ist der vielfältige und spannende Mix. Wir arbeiten für Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen: Technologie, Kultur, Food, Software, Sport, Tourismus, und viele mehr.

Kreative Vorbilder – Haben Sie eins?

Kreativ sind für mich viele Menschen, Entwicklerinnen und Entwickler, die eine kreative Lösung finden, sind für mich genauso Vorbilder wie die Lehrerin meiner Tochter. Wenn ich Namen nennen soll, sind es Menschen, die mich auf mehreren Ebenen inspirieren und faszinieren: die konzeptionelle Kunst von Sophie Calle, die Filme von Xavier Dolan, die Texte von Ruth Lillegraven, Anish Kapoor, der den Raum auflöst und Farben inszeniert, Greta Thunbergs Aktivismus.  Menschen, die etwas schöpfen, das berührt und bewegt sind meine klaren Vorbilder.

 

Inspiration – Wie kommen Sie auf neue Gedanken?

Durch den Blick über den Tellerrand. Das kann alles Mögliche sein, Kunst, Literatur, Musik, Natur, Freunde und Familie, ein gutes Gespräch, ein schöner Film. Teilhaben und sich fallen lassen, so dass man in eine eigene Welt eintaucht, das ist für mich Glück, Freiheit und Entspannung und dabei entsteht für mich Raum für neue Ideen und Gedanken.

 

 

Zeichen & Wunder

Ich war schon immer neugierig auf visuelle Dinge. Mich faszinieren Details in der Natur, an Menschen, in der Kunst.
Little red tag – big impact. 7

Annika Kaltenthaler
Creative Director

Welche Rolle soll aus Ihrer Sicht Kommunikation und Design in der Gesellschaft einnehmen?

Vereinfachen und Klarheit schaffen. Wenn zur Substanz auch noch Schönheit dazukommt, ist schon einiges gewonnen.

 

Was ist aus Ihrer Sicht besonders spannend an Ihrem Beruf und welche tollen Möglichkeiten und welchen Rat geben Sie junge Menschen mit auf den Weg?

Ich würde raten, so oft wie möglich die Denkweise von verschiedenen Menschen einzunehmen. Die Erweiterung des Horizonts und das Schlüpfen in die Schuhe eines anderen Menschen ist immer interessant. Außerdem ist es wunderbar, wenn einem der Beruf die Möglichkeit bietet, immer wieder in neue Welten einzutauchen. Wer dann noch auf sein Bauchgefühl hört und neue Perspektiven als Bereicherung empfindet, der hat eigentlich schon alles richtig gemacht.

 

Auf was wird es künftig im Branding und Design Ihrer Ansicht nach ankommen?

Der Mensch wird noch mehr im Mittelpunkt stehen als heute. Mehr und mehr werden wir nur noch Dinge zulassen, die den Menschen und der Umwelt dienen. Marken, die den kurzfristigen Gewinn in den Vordergrund stellen, werden kaum überleben. Aber Brands, die Plattformen zum Austausch sind, die ein echtes Angebot machen und Zukunft sinnvoll gestalten, werden an Relevanz gewinnen. Das ist eine sehr positive Entwicklung.

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